Wahre Schönheit

Die regelmäßige Gegenwart einer potenziellen Teenagerin mit ihren Freundinnen, die mir leider keinesfalls Fragen über die „Schönheit des Lebens“ stellen, sondern über das „Schönsein“ auf dem Weg zum Erwachsenwerden, hat mich dazu bewegt diesen Text zu schreiben. Junge Mädchen mit einem erhöhtem Frageaufkommen dieser Art: „Was ist ‚schöner‘? Gestylt mit Locken oder lässig glattes Haar? Steht mir der Rock mit dem Top oder besser die Hose mit dem anderen Top? Soll ich schon Lippenstift tragen oder erstmal nur Lip Close? “ Während ich mir mühsam verschiedene positive Antworten, auf die gefühlt tägliche gleiche Fragestellung überlege, um echte, lebensnahe Tipps auf dem Weg der Erforschung ihrer Identität mitzugeben, wurden bereits thematische Videos von Dani Klieber, Jessi Bluegrey oder Anna Dyu, angesehen, und sich schon wieder dreimal umgezogen. 

Dazu muss ich sagen, dass unsere 11-jährige Tochter eine unverschämte perfekte Figur hat, sie alles tragen kann, an ihr alles normal ist und sie von Tag zu Tag hübscher wird, sie aber selbst ihre größte Kritikerin ist. Natürlich sind wir das von Zeit zu Zeit alle, unsere größten Kritiker. Aber in diesem Alter wiegen die Worte von Eltern im Gegensatz zu den Worten von gleichaltrigen wie ein Hauch von nichts. 

Außerdem studiert unsere Tochter. Leider nicht Mathe oder Englisch, sondern mich. Sie begutachtet jede Struktur meines Gesichts, meines Körpers sowie jede Bewegung und jeden meiner Gesichtsausdrücke. Sie ist fasziniert davon, dass ich aussehe und mich bewege wie ihr Opa, also mein Vater und sagt immer: Du bist Opa nur als Frau und jünger. Wenn sie irgendwann mal aus studiert hat, ist sie neben Gott der einzige Mensch, der mich besser kennt als ich mich selbst. Zugegeben, manchmal sind ihre „Schönheitstipps“, mit denen sie sich neben ihrem Studium ausgiebig beschäftigt, richtig gut. Zum Beispiel gab sie mir den Tipp, mir eine neue Foundation zuzulegen, denn bei mir müsste schließlich viel mehr abgedeckt werden. Außerdem sollte ich jeden Tag Sit-ups machen und auch sonst viel mehr Sport. Sie ermutigt mich sogar, mehr Wasser zu trinken. Unweigerlich bin ich ihren weisen Tipps gefolgt und fühle mich tatsächlich besser. Ich frage mich nur, wer ist hier eigentlich die Mutter? Eine Mutter, die ihrem Kind genau solche weisen Ratschläge geben sollte, damit sie ins Fleisch und Blut übergehen. Ehrlich gesagt, schaffe ich es kaum, mich erstens; selbst daranzuhalten und zweitens geht es im Alltagsstress oft unter zu solchen guten Ambitionen zu ermutigen. Aber das macht nichts, die soeben genannten YouTuberinnen übernehmen das ja.

Was hauptsächlich vermittelt wird, ist äußere Schönheit, die definitiv auch von innen kommt. Gesunde Ernährung, Sport, viel Schlaf und ein gepflegtes Äußeres ergeben definitiv Schönheit. Aber was ist, wenn man sich all das aufgrund von Finanzen und Zeit nicht leisten kann? Hat Schönheit dann keine Change? Oder liegt Schönheit doch im Auge des Betrachters? 

Am schönsten fühle ich mich selbst, wenn ich von Menschen umgeben bin, die mir wohlwollend gegenüberstehen. Menschen, die mich mögen oder lieben oder einfach nur „respektvoll“ sind. Auch respektvoll zu sein gegenüber jemanden, den man nicht kennt gehört in die Kategorie „Liebe“. Die Liebe ist die Wurzel aller Freundlichkeiten. Geliebte Menschen sind schön und strahlen genau das aus. Das ist die ganz einfache und gleichzeitig tiefste Schönheit, in der sich die unterschiedlichsten tollsten Gegebenheiten und Liebesgeschichten entwickeln. 

Geliebt zu werden ist der Schlüssel zur Selbstliebe. Wenn wir geliebt werden, lieben wir uns meistens auch selbst und tendieren eher zu Sport und gesunder Ernährung. 

Was ist aber, wenn die Liebe fehlt? Wie so oft in unserer Welt. Oder es wird eine falsche Definition von Liebe erfahren, die mit Leistung und Anerkennung verwechselt wird. 

Fehlen also die liebenden Menschen in der Umgebung hat der Glaube seinen großen Auftritt, der diese riesige Lücke im Herzen ausfüllt. Woran oder an wen man glaubt, kann jeder sich bekanntlich aussuchen. Der einzige Glaube, der sich aber auf die Liebe bezieht, ist der, dass Gott seinen einzigen Sohn aus Liebe geopfert hat, um die Menschen zu retten. Er zeigte ihnen, dass er selbst durch alles Leid gegangen ist und weiß, was wir Menschen durchmachen. Gott hat sich selbst nicht verschont, er kam als seine eigene Schöpfung auf die Erde. Jesus Christus sagt von sich selbst, dass er die Wahrheit, der Weg, dass Leben und der Sohn Gottes ist. Das kommt in keiner anderen Glaubensrichtung. So viel Arroganz war zu viel für uns Menschen. Wir haben ihn trotzt der Wunder und Zeichen, mit denen Gott ihn begleitet hat, zum Tode verurteilt. Und es ist immer noch eine Minderheit, die ihm Glauben schenkt. Aber diese Minderheit erhält die ganze Fülle der Liebe. Eine Liebe, die uns einen ganz speziellen Glanz verleiht. Wir Christen nennen ihn, den „Jesus-GLOW“. Wenn Menschen ihre Geschichte mit Jesus erzählen, wie ER sie aus der größten Dunkelheit ihres Lebens ins Licht gezogen hat, strahlen sie. Wenn sie erzählen, wie er sie befreit und von Krankheiten geheilt hat, strahlen sie. Ihre Augen glänzen, wenn sie von ihrer Veränderung und der Liebe Gottes berichten. Sie spiegeln die Herrlichkeit Gottes, dessen Ebenbild wir Menschen sind, wider. Sie haben ein Feuer der Begeisterung in sich. Diese Menschen sind die schönsten Menschen der Welt für mich. 

Aber bekanntlich liegt Schönheit im Auge des Betrachters.

Euer Schmuck soll nicht äußerlich sein - mit Haarflechten, goldenen Ketten oder prächtigen Kleidern - sondern der verborgene Mensch des Herzens, unvergänglich, mit sanftem und stillem Geist: Das ist köstlich vor Gott. (1. Petrus 3,3-4)


August 2026

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